Der Erzähler ist mehrere Monate lang krank gewesen. Auf einem seiner ersten Spaziergänge nach seiner Krankheit hat er eine Frau kennen gelernt, in die er sich verliebt hat. (ceci est le chapeau)
Als ich von ihr nach Hause kam, saßen meine Eltern und Geschwister schon beim Abendessen. "Warum kommst du so spät ? Deine Mutter hat sich Sorgen um dich gemacht." Mein Vater klang mehr ärgerlich als besorgt.
Ich sagte, ich hätte mich verirrt. "Ich hatte kein Geld und musste von Nussloch nach Hause laufen."
"Du hättest trampen können. "Meine jüngere Schwester trampte manchmal, was meine Eltern nicht billigten.
Mein älterer Bruder schnaubte verächtlich. "Molkenkur und Nussloch - das sind völlig verschiedene Richtungen."
Meine ältere Schwester sah mich prüfend an.
"Ich gehe morgen wieder zur Schule."
"Dann pass gut auf in Geographie. Es gibt Norden und Süden, und die Sonne geht... "
Meine Mutter unterbrach meinen Bruder. "Noch drei Wochen, hat der Arzt gesagt."
Als keine Jungen hatten mein Bruder und ich uns ständig geprügelt, später verbal bekämpft. Irgendwann habe ich aufgehört zurückzugeben. Seitdem beschränkte er sich aufs Nörgeln.
"Was meinst du?" Meine Mutter wandte sich an meinen Vater. Er schwieg und schaute nachdenklich, wie jedes Mal, wenn meine Mutter ihn der Kinder oder des Haushalts wegen ansprach. Wie jedes Mal fragte ich mich, ob er tatsächlich über die Frage meiner Mutter nachdachte oder über seine Arbeit. Vielleicht versuchte er auch, über die Frage meiner Mutter nachzudenken, konnte aber, einmal ins Nachdenken verfallen, nicht anders als an seine Arbeit denken. Er war Professor für Philosophie, und Denken war sein Leben, Denken und Lesen und Schreiben und Lehren.
Ich hätte gern gehabt, dass wir, seine Familie, sein Leben gewesen wären. Manchmal hätte ich auch meinen nörgelnden Bruder und meine freche kleine Schwester lieber anders gehabt. Aber an dem Abend hatte ich sie alle plötzlich furchtbar lieb. Mein Vater. Warum sollten wir Kinder sein Leben? Wir wuchsen heran und waren bald groß und aus dem Haus. . Mir war, als säßen wir das letzte Mal gemeinsam um den runden Tisch, als äßen wir das letzte Mal von den alten Tellern mit den grünen Ranken am Rand, als redeten wir das letzte Mal so vertraut miteinander. Ich fühlte mich wie bei einem Abschied. Ich war noch da und schon weg. Ich hatte Heimweh nach Mutter und Vater und den Geschwistern und die Sehnsucht, bei der Frau zu sein. Mein Vater sah zu mir herüber. "Ich gehe morgen wieder zur Schule - so hast du gesagt, nicht wahr ?"
"Ja". Es war ihm also aufgefallen, dass ich ihn und nicht Mutter gefragt und auch nicht gesagt hatte : "Ich frage mich, ob ich wieder in die Schule gehen soll."
Er nickte. "Lassen wir dich zur Schule gehen. Wenn es dir zu viel wird, bleibst du eben wieder zu Hause."
Ich war froh. Zugleich hatte ich das Gefühl, jetzt sei der Abschied vollzogen.
Bernhard SCHLINK, Der Vorleser, 1995 (Gekürzt)
Bonjour,
Je doit ecrire un dialogue entre les parents qui parlent du comportement de leur fils , mais voila je ne comprends absolument rien au texte et si quelqu'un pourrait me dire de quel comportement il s'agit cela m'aiderai beaucoup !!!! (C'est urgent !!!)
merci d'avance
Aide Pour Comprehension ("der Vorleser" De Bernhard Schlink)
Débuté par AReKuShi, nov. 13 2007 18:56
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